Elektrofilter

Übersicht:

Elektrofilter sind sehr vielseitig einsetzbar und bestechen durch ihren geringen Druckverlust und die Reinigbarkeit der Elektrofilterzellen. An dieser Stelle möchten wir Ihnen kurz die drei wichtigsten Anwendungsfälle für Elektrofilter aufzeigen. (Siehe hierzu auch die VDI-Richtlinie 3678 Teil 2, Elektrofilter-, Prozessluft- und Raumluftreinigung.)

Ölnebelabscheidung:

Der von der Anzahl her bedeutendste Anwendungsfall ist sicherlich die Absaugung von Ölnebeln, die bei spanabhebenden Bearbeitungsprozessen entstehen. Dabei gibt es zwei verschiedene Lösungsansätze:
 
Da sind zum einen die zentralen Absauganlagen, die mehrere Emissionsquellen über ein Rohrleitungssystem erfassen, und zum anderen dezentrale Absauganlagen, die direkt am Arbeitsplatz aufgestellt werden.
 
Beide Absaugarten haben betriebsbedingte Vorteile, so dass es keine allgemein gültigen Empfehlungen geben kann. Je nach Rohgaskonzentration und Tröpfchengröße finden in der Ölnebelabsaugung vornehmlich Metall- und Metallgemischfilter, eingesetzt als Vorfilter, in der Kombination mit elektrischen Filtern ihre Anwendung. Sie dienen jedoch nicht nur der Vorabscheidung, sondern führen zu einer gleichmäßigen Ausrichtung des Luftstroms.

 Entscheidend für den Abscheidegrad sind:

  • die Luftgeschwindigkeit am Ionisationsdraht (sie liegt bei dezentralen Anlagen etwas niedriger als bei zentralen Anlagen)
  • die Ionisationsdrahtdicke (möglichst klein)
  • die Gleichmäßigkeit der Luftströmung


Die Hochspannung ist in der Regel positiv. Sind toxische Schadstoffe in der Prozessluft, so ist der Einsatz eines hydrophob- und oleophob ausgestatteten Filterpapiers mit einer hohen Filterklasse (größer E10 nach EN 1822) hinter dem elektrostatischen Abscheider angezeigt.

Klima-Elektrofilter:

Ein immer mehr an Bedeutung gewinnendes Anwendungsbeispiel ist das Klima-Elektrofilter. Es wird in Kombination mit filternden Abscheidern, die als Vorfilter fungieren, in den Klimakanal integriert und dort als Zu- und Umluftfilter eingesetzt.
Der Vorteil des Elektrofilters an dieser Stelle ist die weitestgehende Abtötung von Keimen (Thema: Sick Building Syndrom [SBS]), kein luftdurchströmter Filterkuchen (Thema: Geruchsentstehung) und die sehr niedrige Druckdifferenz (Thema: Energiekosten). Zudem entsteht kaum Müll.
Die Hochspannungsversorgung ist positiv geladen, dadurch ist ein deutliches Unterschreiten jeglicher Grenzwerte für die Ozonkonzentration gewährleistet.

Die Reinigung der Anlagen verläuft vollautomatisch mit einer fahrbaren Waschanlage.

Bei Anlagen, in denen organische Kohlenwasserstoffe (z. B. in Kerosin auf Flughäfen) mit abgeschieden werden müssen, kommt Aktivkohle als Nach-Filterstufe zum Einsatz.

Der Aufbau der Klima-Elektrofilteranlagen – wie bei allen größeren Anlagen nach dem Penney-Prinzip – ist modular, d. h. mehrere kleine Elektrofilterzellen werden, z. B. in einem Regalsystem, über- und nebeneinander aufgestellt.

Weichmacherabscheidung:

Die Abscheidung von Weichmachernebeln ist einer der wenigen Anwendungsfälle, bei denen negative Hochspannung eingesetzt wird. Die Konditionierung/Kühlung der Rohluft geschieht durch den Einsatz von Nasswäschern oder Kühlern. Weichmacher fallen bei der Textil- und Teppichherstellung an.

Darüber hinaus finden Elektrofilter u. a. bei der Abscheidung von Metalloxiden und Feinststäuben Anwendung.

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